20. Mai 2010

Der Bundesparteitag war ein Erfolg!

 

UNZ: Der Parteitag hat mit soliden Mehrheiten den Bundesvorstand neu gewählt. Ist das ein Erfolg für das weitere Zusammenwachsen der Partei?

Korschewsky: Der Parteitag war in Gänze ein Erfolg und hat gezeigt, dass DIE LINKE Willens und fähig ist, gesamtdeutsche Politik zu machen. Es gab eine personelle Zäsur. Man kann dabei nicht alles an Oskar Lafontaine fest machen. Es muss auch Lothar Bisky, der die Partei 20 Jahre führte, Dietmar Bartsch, der unglaublich viel für die Partei getan hat und dem langjährigem Schatzmeister Karl Holluba gedankt werden. Ohne sie wäre die Partei nicht so weit. Mit dem neuen Personaltableau ergibt sich eine große Chance, dass die Partei noch besser und intensiver zusammenwachsen kann. Der neue Vorstand ist aus unterschiedlichen Strömungen sowie aus Ost und West ausgewogen zusammengesetzt. Das ist ein gutes Zeichen für die inhaltliche Vielfalt in der Partei. Die hohen Wahlergebnisse sind ein Vertrauensbeweis. So können die beiden wichtigsten Aufgaben des neuen Vorstandes für die nächsten beiden Jahre, das Zusammenführen der Partei und die Programmdebatte, auf einer soliden Basis angegangen werden.

UNZ: Die Doppelspitze ist also ein langfristig tragfähiger Kompromiss?

Korschewsky: Das wird sich zeigen. In der Satzung verankert ist die Doppelspitze nur bei den Vorsitzenden. Für die Geschäftsführung und die Parteibildungsbeauftragen gilt das zunächst für diese Legislaturperiode und vielleicht noch für die Nächste. Im Prozess der Parteibildung ist das aus meiner Sicht auch eine Notwendigkeit. Ob sich das bewährt, wir damit Politikfähiger werden und mehr Ausstrahlung bekommen, werden wir sehen. Wir sind immer gut beraten, Dinge auf den Prüfstand zu stellen. Was gut läuft kann man beibehalten und bei Dingen die sich nicht bewähren, muss man auch die Kraft haben, sie wieder zu verändern.