17. November 2017 SUW

„Und die Moral von der Geschichte? Helft euch gegenseitig.“

Zum diesjährigen Vorlesetag hatte MdL Knut Korschewsky eine Gruppe der Kita „Spatzennest“ in Sonneberg in die Kraterwelt der Vulkanos entführt.

Sonneberg. „Warst du schon mal am Ende der Welt? Wenn du dort vorbeikommst, musst du nur 22,4 Schritte weiterlaufen und fünf große Hüpfer machen. Danach gehst du sieben Schritte rückwärts, dann noch das linke Auge zugekniffen und einmal im Kreis gedreht. Dabei zählst du bis elf und schlägst drei Purzelbäume – und schon bist du im Land der Vulkanos. Hier leben die Freunde Flambia und Krato mit ihren Familien. Am liebsten sind die beiden auf dem Pupspendel unterwegs, gehen mit Kratos Drache Smok auf Entdeckungsreise oder machen ein Brennnessel-Klopse-Wettessen, um danach besonders feurig pupsen zu können!“, begann Knut Korschewsky mit etwas „Verspätung“ seine Vorlesestunde in der Einrichtung in der Juttastraße. Denn nach seiner Einstiegsfrage „Was machen wir heute?“ und einem kollektiven „Vorlesen“ –Schrei aus einem Dutzend Kinder-Münder meldete sich ein Mädchen-Duo mit einigem Redebedarf zu Wort. „Ich bekomme das Märchen von Dornröschen vorgelesen“, verriet Nina. Die 4-Jährige rutsche aufgeregt auf ihrem Stuhl hin und her und stupste ihre Nachbarin Emely an. „Ich kann schon das Märchen Rapunzel vorlesen – ohne Buch“, wusste diese den Anwesenden zu berichten. Auch dass sie ein Junge letztens eingesperrt hatte, musste die 5-Jährige los werden. „Er ist nämlich in mich verliebt“, kam die Erklärung für sein Verhalten gleich hinterher.

Weiter ging es mit neuen Geschichten aus dem Land am Ende der Welt, wo die Vulkanos-Kinder Flambia und Krato gemeinsam unzählige Abenteuer erleben. Und obwohl Flambia es liebt, sich wie eine Prinzessin anzuziehen und sie sich deshalb ungern schmutzig macht, ist der schmuddelige Krato ihr bester Freund. Gespannt lauschten die Kinder dem Gast von einem Ausflug der Freunde mit ihrem kleinen Drachen Smok, bei dem sie auf eine Reihe bunter Würmer treffen. Immer wieder zeigte der Vorleser die zum jeweiligen Kapitel gehörenden Illustrationen in die Runde. „Warum ist denn der Drache soooo klein?“, wollte Nina wissen. Knut Korschewsky versuchte es mit dem Hinweis, dass Smok ein guter Drache sei und wohl deshalb auch klein. „Denn ein großer wäre ja böse“, bekräftige Nina nickend. Emely sah das etwas anders: „Aber es gibt doch bestimmt auch große Drachen, die lieb sind.“ Konstantin wunderte sich wenig später über die Nägel, die er auf dem Bild an dem blauen Wurm entdeckt hatte. „Das sind keine Nägel, das sind Haare, halt nur kurze. So wie deine“, erklärte der Abgeordnete dem fragenden Zuhörer. „Ich hab` aber Haargel“, ergänzte Konstantin, bevor Knut Korschewsky auf die Geschichten-Zielgerade einbog.

Der letzte Abschnitt zeigte auf, wie die bunten Würmer mit Hilfe von Flambia, Krato und Smok an ihnen seit Tagen fehlendes Wasser kamen, diese dafür im Gegenzug den neuen Freunden aus einer Gefahrenzone halfen. „Und was sagt uns diese Geschichte?“, fragte Knut Korschewsky am Ende in die Runde. „Genau, dass man sich gegenseitig helfen soll“, fasste der Gast die Hinweise der Kinder zusammen.

Maika Günzler, stellvertretende Leiterin der Kita und verantwortliche Erzieherin der Gruppe „Gelbe Spatzen“ hatte wie die Kinder aufmerksam zugehört und nickte zustimmend hinsichtlich der Quintessenz der Vulkanos-Erzählung. Sie ließ es sich auch nicht nehmen, dem Gast für den unterhaltsamen Vormittag zu danken. „Es war schon lange niemand da, um den Kindern vorzulesen. Ich finde es schön, dass sie sich die Zeit genommen haben. Es war wirklich eine gute Idee, den Vorlesetag bei uns durchzuführen. Vielen Dank nochmals von mir und den Kindern.“

Der Vorlesetag

Bereits zum 14. Mal riefen DIE ZEIT, Stiftung Lesen und die Deutsche Bahn Stiftung ganz Deutschland zur Teilnahme am Bundesweiten Vorlesetag am 17. November auf.

Er gilt als das größte Vorlesefest Deutschlands: Die Initiatoren möchten Begeisterung für das Lesen und Vorlesen wecken. Der Aktionstag folgt der Idee: Jeder, der Spaß am Vorlesen hat, liest an diesem Tag anderen vor – zum Beispiel in Schulen, Kindergärten, Bibliotheken oder Buchhandlungen. Im vergangenen Jahr gab es eine neue Rekordbeteiligung: Mehr als 135.000 Vorleserinnen und Vorleser beteiligten sich am Bundesweiten Vorlesetag, darunter viele Prominente aus Politik, Kultur und Medien. Die Initiatoren haben den Bundesweiten Vorlesetag vor 14 Jahren ins Leben gerufen, damit vor allem Kindern noch mehr vorgelesen wird und möglichst jede und jeder in Deutschland Spaß am Lesen hat. Weitere Informationen über die Initiative finden Sie unter: www.vorlesetag.de

Text/Fotos: SUW