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Knut Korschewsky

Solidarfonds Fußball ist das Gebot der Stunde

Sportlerinnen und Sportler sind durch die Corona-Krise stark eingeschränkt. Das trifft insbesondere die Mannschaftssportarten, die auch nach der teilweisen Freigabe des sogenannten Individualsportes keinen Trainings- und Wettkampfbetrieb in voller Mannschaftsstärke durchführen können. Die Trainingsmöglichkeiten in Kleingruppen sind in keinster Weise mit dem normalen Mannschaftssport zu vergleichen.
 
Dass es nun eine Ausnahme für die 1. Und 2. Fußballbundesliga von diesen Einschränkungen geben soll, ist für viele Sportlerinnen und Sportler nicht nachvollziehbar. „Hier wird nicht nach sportlichen Gesichtspunkten entschieden, sondern hier regiert die Wirtschaft“, so der sportpolitische Sprecher der Landtagsfraktion der LINKEN, Knut Korschewsky. Diese „Lex Profifußball“ dürfe so nicht hingenommen werden.  „Wenn es schon für sogenannte Geisterspiele ohne Zuschauer eine Genehmigung von Bundes- und Landesregierungen gibt, muss sichergestellt werden, dass alle Fußball-Anhänger die Möglichkeiten haben, die Spiele im frei zugänglichen Fernsehen oder kostenfrei im Internet verfolgen zu können, um Fan-Ansammlungen in Stadionnähe oder private Pay-TV-Partys zu vermeiden“, so der Abgeordnete. Korschewsky weiter: „Ich fordere insbesondere, dass die Deutsche Fußball Liga (DFL) mindestens ein Drittel der Fernseheinnahmen aus diesen ‚Geisterspielen‘ in einen Solidarfonds für den Frauen- und Mädchenfußball und die unteren Spielklassen gibt, die momentan keinerlei Einnahmen haben und ihren Wettkampfbetrieb in Thüringen erst im Herbst wieder aufnehmen können. Viele bisherige Sponsoren ziehen sich aus diesen Gründen zurück. Ich habe große Sorge, dass - trotz der schon möglichen Unterstützungen durch die Landesregierung - gerade kleine Vereine in den Kreis- und Landesligen sowie im Nachwuchsbereich an den Rand der Zahlungsunfähigkeit geraten.“ Hier müsse die Deutsche Fußball Liga gegensteuern.

„Fakt ist: 1160 Millionen Euro sollten die 32 Vereine der 1. und 2. Bundesliga in dieser Saison an Fernsehgeldern kassieren, davon ein nicht unerheblicher Teil von ARD und ZDF. Die letzte Rate - 304 Millionen Euro - ist in Folge der Unterbrechung des Spielbetriebes im März durch die Corona-Pandemie davon abhängig, ob die noch ausstehenden neun Spieltage bis zum 30. Juni absolviert werden. Mit der Wiederaufnahme des Spielbetriebes voraussichtlich am 15. Mai wird dieses Ziel erreicht. Die DFL ist in den vergangenen Jahren beim Umsatz, Gewinn und in anderen Kennziffern von Rekord zu Rekord geeilt. Jetzt sollten die Profi-Vereine der obersten beiden Ligen zeigen, dass sie in der aktuellen Notlage auch teilen können. Das wäre ein wichtiges Signal in die Gesellschaft,“ so Korschewsky abschließend.