Politik trifft Kultur - Sommerfest DER LINKEN.Sonneberg
Interview mit Knut Korschewsky zum Sommerfest DER LINKEN am 22. Juni 2013
Am Samstag steigt im Sonneberger Stadtpark das erste Sommerfest der Linken. Den Initiatoren Knut Korschewsky (MdL) und dem Kreisverband ist es unter anderem gelungen, für die Premiere die Parteivorsitzende Katja Kipping zu gewinnen. Neben politischen Informationen aus erster Hand erwartet die Besucher vor allem ein umfangreiches und unterhaltsames Mitmach-Programm.
Welchen Hintergrund hat das Sommerfest?
Wir überlegen uns schon seit einiger Zeit, eine etwas größer angelegte Veranstaltung zu organisieren. Politik soll und muss schließlich auch Spaß machen. Deshalb haben wir uns entschieden, ein Sommerfest durchzuführen, bei dem Politik und Kultur auf einfache Weise verbunden werden. Der Stadtpark bietet für die vielfältigen Aktionen den passenden Rahmen, so dass Besucher jeden Alters und vor allem auch Familien ein paar unbeschwerte Stunden verbringen können. Natürlich soll das Fest ebenso ein Dankeschön sein an unsere engagierten Mitglieder und Unterstützer. Und es ist eine äußerst wirkungsvolle Art der Präsentation in der Öffentlichkeit, um als Partei DIE LINKE auf unsere Arbeit aufmerksam zu machen.
Seit 2009 bist Du Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis. Wie siehst Du Deine bisherige Arbeit?
Als erstes möchte ich anmerken, dass ich mich in Sonneberg sehr wohl fühle. Ich habe mir von Beginn an das Ziel gesetzt, meine Arbeit vor Ort so nah wie möglich am Bürger zu gestalten. Als Ergebnis stehen u.a. unzählige Besuche von Firmen, Vereinen und Verbänden, bei denen ich mir ausführliche Informationen zu deren Arbeit und den Problemen eingeholt habe. Mir ist es wichtig, mir selbst ein Bild von den Dingen zu machen, damit ich weiß, wovon ich rede. Es ist mir durchaus gelungen, bei angesprochenen Problemen behilflich zu sein bzw. Dinge an Stellen weiterzuleiten, an denen sie entschieden werden. So konnte doch einiges erreicht werden. Bei manchen Gesprächen wurde aber auch deutlich, dass vieles einen bundespolitischen Ausgangspunkt hat. Ich trete im September als Bundestagskandidat für den Wahlkreis 196 (Sonneberg, Saalfeld-Rudolstadt, Saale-Orla-Kreis) an und denke, dass ich durch die langjährige Arbeit als Landtagsabgeordneter hier eine sehr gute Basis gelegt habe, auch in Berlin eine starke Stimme für die Region sein zu können – wenn es die Wähler wollen.
Du hast jüngst die DGB-Aktion „Mindestlohn statt Hungerlohn“ in Sonneberg unterstützt. Sonneberg wird gerne als Beispiel für niedrige Arbeitslosenzahlen herangezogen, steht aber ebenso thüringenweit auf Platz 1 bei den Niedriglöhnern.
Es ist eine Schande, dass Menschen nicht von ihrer Hände Arbeit leben können. Natürlich steht die Region einerseits mit niedrigen Arbeitslosenzahlen gut da. Aber unter welchen Umständen? Tausende gehen einem Ganztagsjob nach und müssen dennoch zum Amt, weil der Lohn nicht zum Leben reicht. Das ist doch letztendlich nichts anderes als eine verschleierte Arbeitslosigkeit. Dieser Umstand fördert in erster Linie eins: die Abwanderung dahin, wo vernünftiges Geld gezahlt wird. Deshalb fordern wir als LINKE einen flächendeckenden Mindestlohn von 10 Euro. Das ist genauso notwendig wie die Abschaffung der Leiharbeit als moderner Sklavenhandel. Leiharbeit können wir nur befürworten, wenn die Betroffenen finanziell auf eine Stufe gestellt werden mit der Stammbelegschaft. In anderen Ländern funktioniert das doch auch.
SUW

