Viel Wind um den Wind

SUW

Seit einiger Zeit wird heftig über „Windräder in Neufang“ diskutiert. Ortsteilbürgermeister Markus Truckenbrodt holte sich beim Landtagsabgeordneten Knut Korschewsky dazu aktuelle Informationen ein.

Seit einiger Zeit wird heftig über „Windräder in Neufang“ diskutiert. Ortsteilbürgermeister Markus Truckenbrodt holte sich beim Landtagsabgeordneten Knut Korschewsky dazu aktuelle Informationen ein.

Sonneberg-Neufang. „Ich habe in den letzten Tagen sehr viele Anfragen von Bürgern zu diesem Thema bekommen und möchte mich deshalb bei ihnen konkret informieren“, begründete der Ortsteil-BGM seinen Wunsch nach einem kurzfristigen Treffen mit dem Landtagsabgeordneten, dem dieser gerne nachkam. Nachdem die regionale Presse „Windräder in Neufang geplant“ getitelt hatte, hätten ihn die Neufanger mit Nachfragen überhäuft, bekräftigte Truckenbrodt die Dringlichkeit seiner Anfrage.

„Fakt ist, dass es keinerlei konkrete Beschlüsse dazu gibt“, führte der MdL aus. Ins Rollen gebracht habe das Thema die kürzlich veröffentlichte Studie zur Windenergie in Thüringen, in der Vorranggebiete bzw. –flächen ausgewiesen wurden. Diese war noch unter der alten Landesregierung in Auftrag gegeben worden.

Darin tauchen unter VF4-PF04SWT auch die Areale „Großer Mittelberg“ und „Loosbrand“ südlich von Steinach als mögliche Standorte auf. „Das allerdings heißt noch lange nicht, dass dort auch Windräder aufgestellt werden“, führte Korschewsky weiter aus. Auf Nachfrage im zuständigen Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft erläuterte Staatssekretär Dr. Klaus Sühl, dass das Land ausschließlich für die Ausweisung der Flächen zuständig ist, nicht aber für die Genehmigungsverfahren. Diese Entscheidungsbefugnisse liegen bei regionalen Planungsgemeinschaften, die nach dem Abwägen aller Pro- und Contra-Punkte die zukünftigen Standorte festlegen. "Wenn die eine Entscheidung getroffen haben, ist diese auch nicht anfechtbar“, wiederholte Korschewsky die Worte des Gesprächspartners am Telefon.

Allerdings hätten sowohl Landrätin Christine Zitzmann als auch Dr. Heiko Voigt als Vertreter der Stadt Sonneberg jüngst ihre klare Ablehnung in dieser Sache in der zuständigen regionalen Planungsgemeinschaft deutlich zum Ausdruck gebracht. Führt man sich zudem die in der Studie ausführlich bewerteten Standortfaktoren vor Augen, scheint Neufang alles andere als ein für Investoren lohnenswerter Raum zu sein. Im Original heißt es dort: Für den Präferenzraum besteht aufgrund der überwiegend mäßigen Windleistung und fehlenden Vorbelastung eine geringe Priorität (Priorität 3). Weiterhin wird ein hohes Konfliktpotential, u.a. mit dem Landschaftsschutz und Naturschutz aufgeführt. Ausführliche Informationen finden Interessierte im Internet unter: http://www.thueringen.de/th9/tmil/presse/pm/83396/.


Text und Bild: SUW