Geschehen im Hinterland im Blick
Die Geschäftsführung der TIRA GmbH und Schalkaus Bürgermeisterin Ute Hopf standen jüngst auf der Agenda des Landtagsabgeordneten Knut Korschewsky.
Schalkau. Einen neuerlichen Besuch bei der TIRA GmbH in Schalkau hatte Knut Korschewsky kürzlich in seinem Terminkalender vermerkt. Ende Februar empfingen die Geschäftsführer Norbert Buff und Johann Weber den Politiker im Unternehmen, das seit nun fast einem Jahr in neuer Gesellschaftsform in „Eigenregie“ geführt wird. „Im operativen Geschäft hat sich seitdem nichts verändert, über der TIRA GmbH steht nur nicht mehr Angelantoni“, führte Geschäftsführer Johann Weber zu Beginn aus.
Das Unternehmen mit seinen gut 125 Fachkräften bildet kontinuierlich Lehrlinge aus. Zehn bis 12 Azubis seien regelmäßig im Betrieb, jedes Jahr kommen drei bis vier neue dazu. „Dennoch bringt uns die Regelung zur möglichen Rente mit 63 etwas in Bedrängnis, da einige Mitarbeiter deshalb früher ausscheiden als ‚geplant‘“, griff Norbert Buff eines der aktuellen Probleme auf. Der benötigte Facharbeiternachwuchs könne zwar bisher vorwiegend aus der Region gewonnen werden. Dazu habe man auch seit Jahren eine entsprechende Vereinbarung zur Zusammenarbeit mit der ortsansässigen Schule. „Allerdings gehen uns auch mögliche Bewerber verloren, wenn sie nach der vierten Klasse die Schalkauer Schule verlassen. Die kommen größtenteils nicht wieder. Schon deshalb freuen wir uns, dass der Kreistag dem Antrag einer Gesamtschule in Schalkau zugstimmt hat“, so Buff weiter.
Auftragstechnisch stehe die TIRA GmbH solide da. Allerdings könne man nicht verleugnen, dass die Sanktionen gegen Russland keine Auswirkungen gehabt hätten. „Das hat uns schon ziemlich getroffen. Und wenn man abends die Nachrichten verfolgt, hofft man jedes Mal, dass es nicht wieder gekracht hat zwischen Merkel und Putin. Ebenso schwierig ist die Situation mit dem Iran. Auch dort hoffen wir auf eine Einigung, die eine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Europa möglich macht, so dass wir in diesem Bereich starten können. Nebenbei bemerkt: die Konkurrenz aus den USA liefert weiterhin“, berichtet Johann Weber über die direkten Folgen der Konflikte der großen Weltpolitik auf das Unternehmen im Landkreis Sonneberg. Trotz alledem schaue man in Schalkau positiv in die Zukunft und werde z.B. noch in diesem Jahr in neue Maschinen investieren. Und auch eine notwendige bauliche Erweiterung der Produktionsstätten habe man für die nächste Zeit fest im Visier.
Natürlich kam beim Besuch des Landtagsabgeordneten auch das Thema Gebietsreform zur Sprache. Norbert Buff plädierte in diesem Zusammenhang für eine „vernünftige“ Hinterlandgemeinde. „Ich denke, eine Ausdehnung in Richtung Eisfeld wäre schon mentalitätstechnisch der falsche Weg.“ Knut Korschewsky bekräftigte einmal mehr, dass eine Gebietsreform erst der zweite Schritt sei. Zuvor müsse man klären, welche Aufgaben anstehen und von wem diese zukünftig erledigt werden sollen, etwa bei der Frage nach einer zwei-oder dreistufigen Verwaltung. Zudem würde er Festlegungen für zukünftige Gemeinschaften nicht starr an fixen Zahlen und Größen festmachen wollen. „Da wo es Sinn macht, sollten auch Ausnahmen möglich sein“, so Korschewsky.
Im Anschluss begrüßte Bürgermeisterin Ute Hopf den Landespolitiker im Rathaus zu einem ausführlichen Gespräch. Da die Unterhaltung auch laufende Prozesse und angedachte Vorhaben tangierte, wird darüber bei Gelegenheit informiert.
Text und Bilder: SUW




