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Bedeutung von Bahn und ÖPNV für die touristische Erschließung ländlicher Räume

Birgit Keller, Landrätin Landkreis Nordhausen

Sehr geehrte Damen und Herren und Touristikfreunde, das Thema ist etwas weiter gefasster als es Herr Korschewsky eben dargestellt hat. Die HSB ist ein Teil der Fragestellung, aber nicht die alleinige und deshalb möchte ich über die Bedeutung von Bahn und ÖPNV für die touristische Erschließung ländlicher Räume vier Teile anreißen. Im ersten unsere Region bzw. die Destination Harz, in einem zweiten Teil der ÖPNV spezifisch, im dritten Teil welche Studien gibt es in diesem Zusammenhang und zum Abschluss möchte ich einige Thesen und Ziele bezüglich der Entwicklung in unserem Landkreis hier darstellen.

Unser Landkreis Nordhausen befindet sich im Norden des Freistaates und ist verkehrstechnisch angebunden insbesondere jetzt durch die neue Nordthüringen-Bahn in Richtung Erfurt und zurück, und im Norden in Richtung Hannover, südlich in Richtung Braunschweig. Leider haben wir in der Straßenanbindung die B4 noch auf der Agenda, was die Erschließung durch den Autoverkehr betrifft. Sie alle kennen sicherlich die Fahrt von Erfurt nach Nordhausen, über Sondershausen haben wir einige kleine Erleichterungen, aber ansonsten ist es immer ein Ratespiel, wann man zu einer bestimmten Uhrzeit ankommt. Auch hier her sind wir von Nordhausen genau zwei Stunden angereist. Sie sehen also, die Lage hier im Norden Thüringens ist also auch verkehrspolitisch eine Frage, die sich uns insgesamt stellt in der Anbindung.

Zur Destination Harz: Es gibt eine aktuelle Studie Destination Brand 12, die herausgefiltert hat, wie ist die Destination Harz aufgestellt. In 150 Reisezielen in Deutschland sind 29 Bergregionen untersucht worden und herausgefiltert ist, dass die Destination Harz bekannt ist bei 86 Prozent der Befragten. 65 Prozent finden den Harz sympathisch, als spontan genanntes Urlaubsziel erhielt es den Platz 8 bei Kurzurlaub, bei längeren den 11. Platz. Nun werden Sie fragen, warum beginne ich mit der Destination Harz? Es ist vorhin bereits angerissen wurden von Knut Korschewsky. Für uns erschließt sich die Destination Harz eigentlich nur zu 1/8 des Landkreises. Aber das sollte man am Ende nicht unterschätzen. Die HSB ist insbesondere die größte Verbindung der Destination über den Schienenverkehr und deshalb natürlich von besonderer Bedeutung und hat einen gewissen Bekanntheitsgrad. Der Tourismus im Landkreis ist seit 2010 durch den Naturpark Südharz geprägt und etwa stärker in den Mittelpunkt gerückt. Träger ist der Südharzer Tourismusverband. Sie alle wissen vermutlich, dass es Verwaltungsstrukturänderungen gibt, wo über Naturpark anders nachgedacht wird. Die Region ist geprägt von Wander- und Aktivtourismus und nur teilweise auch von Städte- und Kulturtourismus. Die Stadt Nordhausen ist das Zentrum im Landkreis und wird über den Verein Thüringer Städte vermarktet. Die attraktivsten Angebote und Beherbergungen befinden sich im ländlichen Bereich, etwa die Ziegenalm im Sophienhof.

Ich bin der Auffassung, wir sollten die Frage stellen, wie sich das Angebot des ÖPNV in der Fläche insgesamt, im Angesicht finanzieller und demografischer Herausforderungen, zukünftig noch attraktiv halten lässt? Die ÖPNV-Situation im Landkreis Nordhausen ist geprägt von der großen kreisangehörigen Stadt Nordhausen. Hier leben inzwischen 50 Prozent der Einwohner des Landkreises mit steigender Tendenz. Vorrangig ist der ÖPNV deshalb städtisch geprägt und erweitert also die Landkreisanbindung über Regionalbuslinien aus und im ländlichen Raum. Wir sind zwei Aufgabenträger im Landkreis, wir haben den ÖPNV Stadt Nordhausen und wir haben den Landkreis. Das hat eine historische Ursache, ist aber aufgefangen durch gemeinsame Gesellschaften in den Verkehrsbetrieben. Der Tourismus ist im Landkreis Nordhausen ein sehr zartes Pflänzchen. Von Januar bis September 2013 haben wir insgesamt 54.273 Ankünfte im ganzen Landkreis. Das ist zwar in der Tendenz etwas mehr als sonst, und dennoch - in Bad Blankenburg gibt es 100.000 Übernachtungen. Da sehen Sie die erste Problematik im Unterschied zu anderen größeren Städten und Gemeinden. In Fragen ÖPNV ist also eine enorme Steigerung von Fahrgastzahlen im Moment nicht zu erwarten, aber natürlich ist die Zukunft des ÖPNV sehr stark an die Fahrgastzahlen gekettet. Ja, also provokant gefragt aufgrund dieser Situation: Lohnt sich also ein auf Touristen zugeschnittenes ÖPNV-Angebot? - eindeutig ja, selbstverständlich! Denn Angebote für Touristen wirken positiv für Einheimische, z.B. bei der Erschließung von Naherholungsgebieten und es ist auch die Frage, wie wir perspektivisch ÖPNV finanzieren.

Die grundsätzliche Bedeutung des ÖPNV aus unserer Sicht für den Tourismus: natürlich ökologisch geprägt, nachhaltig geprägt. Das sind die Fragestellungen, aus der sich natürlich auch künftig für den ÖPNV gerade im naturnahen, ländlichen Raum, hier ist es wichtig, ÖPNV weiter vorzuhalten und insbesondere in Fragen des Individualverkehrs Antworten zu geben. Gerade im ländlichen Raum ist es eine Herausforderung, Touristen vom bequemen Reisemittel Auto auf den ÖPNV umzulenken und das ist durchaus die Aufgabe, vor der wir stehen. Wichtig für eine gute Nachfrage und die Akzeptanz ist daher auch die Aufgabe, möglichst passgenaue Angebote für die Bedürfnisse der Gäste vorzuhalten. Gerade in dem Bereich gibt es positive Beispiele, denen wir uns im Moment nähern, aber die kommen insbesondere aus anderen Bereichen. Ich möchte nur nennen die attraktiven Angebote in Werfenweg. Das kennen Sie sicherlich alle, in Österreich ist er seit 1997 der Modellort für sanfte Mobilität. Wer mit der Bahn anreist oder sein Auto stehen lässt, erhält kostenlose Angebote, für die es auch Finanzierungsmöglichkeiten gibt - sehr unterschiedlicher Art bis hin auch, wenn wir von Ökologie sprechen, dass Elektrofahrzeuge angeboten werden im Austausch dafür. Ein weiteres Beispiel Fiss und Ladis in Österreich: Gäste können hier im Sommer kostenfrei die Bergbahnen und Wanderbusse nutzen. Auch der Schwarzwald als Destination geht mit gutem Beispielen voran, an denen wir uns durchaus orientieren können: Beispiel die KONUS-Gästekarte für eine freie Nutzung des ÖPNV. Finanziert wird das Ganze über eine Abgabe von teilnehmenden Gemeinden. Je nach Übernachtungszahlen ergibt sich hier ein Zuschuss für die Verkehrsbetriebe in Höhe von 3,8 Millionen Euro. Das Fahrtziel Natur wird natürlich auch insbesondere Kooperationsfragen stellen, also die Deutsche Bundesbahn mit dem NABU sind mit im Boot, wenn es um Fahrten in National- und Naturparks geht, angelehnt an Beispiele aus Österreich. Natürlich haben wir die auch hier bei uns, es gibt ein Erfolgsmodell im Harz: Das Harzer Urlaubsticket. Das wird seit 2010 von den Verkehrsbetrieben in den Landkreisen Harz und zum Teil auch Mansfeld/Südharz im Stollberger Raum angeboten. Im Landkreis Nordhausen ist es nach einigen gescheiterten Versuchen bisher noch nicht umzusetzen. Ursächlich liegt es an den Gästezahlen, die so minimal sind, dass sie es nicht tragen. Die Übernachtungsmöglichkeiten, die im Landkreis zur Verfügung stehen, sind leider nur von geringer Zahl und zu guten Teilen auch ausgeschöpft. Seit Ende 2011 haben wie eine neue Buslinie eingeführt, länderübergreifend - der sogenannte Harzbus von Nordhausen nach Benneckenstein und Hohegeiß. Hier ist es einfach wichtig, dass man über die Städte und Landkreise hinaus Angebote macht, um den Zug in den Landkreis Nordhausen darzustellen. Ein wichtiges Beispiel ist auch, dass untereinander abgestimmt wird mit unterschiedlichen Verkehrsanbietern auch im Harz - also die Harzer Schmalspurbahn und die Harzer Verkehrsbetriebe im Verbund. Die Verkehrsbetriebe Nordhausen haben zum Harzbus eigene touristische Angebote entwickelt, die den Radtourismus unterstützen. Da ist einfach mal eine große Fahrt gemacht worden: die Radfahrer in den Bus und dann ist geschaut worden, welche Punkte kann man anfahren und aufgrund dessen ist entwickelt worden, dass der Bus mit Anhänger fährt, wo die Räder auch mittransportiert werden. Das Angebot, das seit 2011 in dem Zusammenhang geführt wird, hat nach und nach immer mehr Freunde gefunden und auch hier ist die Tendenz steigend. Gute touristische Nachfragen haben wir auch durch die Aufnahme weiterer Haltestellen. Auch auf anderen Linien haben wir tourismusorientierte Angebote, zum Beispiel Nordhausen-Stöckey durch einen neuen Haltepunkt in Bad Sachsa, Ortsteil Neuhof.

Das einmalige ÖPNV-Angebot Harzer Schmalspurbahn: Die Besonderheit in Nordhausen, die HSB erfüllt nicht nur touristische Funktion, sondern auch eine wichtige Funktion im ÖPNV auf der Strecke Nordhausen-Illfeld. Hier gibt es entsprechende Unterstützung vom Land Thüringen, die wir in dem Bereich sehr benötigen. Das Nordhäuser Modell heißt also die Verbindung von HSB und Straßenbahn, also von Illfeld durch die Stadt Nordhausen durch bis in den Nordteil nach dem Südharz Klinikum kann man als den Combino Duo besteigen. Es ist eingeführt worden im Jahr 2004 und man konnte also erkennen, dass die Fahrgastzahlen kontinuierlich steigen. Allerdings muss ich dazu sagen, auch weil wir den Schülerverkehr mit eingebunden haben. Der spielt eine besondere Rolle beim ÖPNV, weil das ist der, der den ÖPNV im ländlichen Bereich insbesondere trägt. Wir alle kennen die Entwicklung des ländlichen Raumes und das sind auch wirklich Zukunftsfragen, die in dem Bereich hier stehen. Die HSB selbst ist eine touristische Attraktion, um diese touristisch, ökologisch und finanzpolitisch weiter zu ermöglichen, ist also die Fahrt zum Brocken in den Tarifen ausgehandelt worden. Wichtig ist, egal wovon man startet, dass der gleiche Tarif bezahlt wird, um den Naturraum zu entlasten. Was den Combino Duo betrifft, stehen wir im Moment vor der Herausforderung, dass sich die Anforderungen EU-weit verändert haben, an die Motoren, die wir eigens haben entwickeln müssen als Alleinstellungsmerkmal. Es gibt keine weitere in Thüringen und Deutschland, sodass wir jetzt vor der Aufgabe stehen, den Combino Duo neu auszustatten und neue Motoren entwickeln zu lassen - eine Herausforderung in Fragen von Technik, Entwicklung und Finanzen.

Wenn wir später auch noch dazu gekommen, dass die Einwohner- und Schülerzahlen sinken, dann heißt das auch sinkende Auslastung und Einfluss auf die Kostendeckung. Die langen Wege bleiben also, die Finanzierungslücke wächst weiter. Wie beantworten wir das? - mit höheren Ticketpreisen, mit der Reduzierung von Angeboten oder entwickeln wir weitere Bedarfsangebote oder fahren wir sie zurück? Im Moment diskutiert der Kreistag in Nordhausen die Einführung von Rufbussen und Sie können sich vorstellen, dass das keine wirklich gute Nummer ist. Und dennoch, die Ausgaben im Landkreis Nordhausen für den ÖPNV und Schülerverkehr im Jahr 2013 betragen 4 Millionen, die Tendenz ist steigend in 100.000 Schritten und das belastet einen Haushalt, der unter Haushaltskonsolidierung steht, nicht unerheblich. Es gibt eine Studie, was den Finanzierungsbedarf des ÖPNV bis 2025 betrifft, die besagt, dass wir in der Fläche 1,3 Milliarden Euro dafür perspektivisch einsetzen müssen, im Jahr 2009 waren es noch 0,9 Milliarden Euro. In Zukunft brauchen wir einen Mix aus konventionellen und alternativen Angeboten - Rufbusse, Anrufsammeltaxen, Kombibusse. Die Frage ist, ob wir das logistisch lösen können. Es stellt sich die Frage: Sind solche unregelmäßigen Angebote attraktiv für Touristen? An der Stelle wird es kompliziert, denn gerade im touristischen Bereich müssen wir verlässliche und geregelte Angebote haben.

Es gibt ein Projekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in Kooperation mit dem deutschen Reiseverband, der einige Handlungsfelder in Fragen Tourismus und Mobilität beleuchtet hat. Die kann ich wärmstens empfehlen. Hier sind Defizite aufgeführt: also eingeschränkte Bahnanbindung, zunehmende Ausdünnung des ÖPNV im ländlichen Raum, angeschnittene Orte, unterbrochene Mobilitätsketten, keine ausreichende Anpassung an touristische Anforderung und kaum Carsharing. Das Projekt Tourismusperspektiven in den ländlichen Räumen bieten auch Chancen, da das Auto immer mehr an Bedeutung verliert. 20 Prozent der Bevölkerung haben inzwischen gar kein Auto mehr. Es gibt immer mehr, die mit dem Rad fahren, das Umweltbewusstsein wächst, die Elektromobilität ist weiter im Vormarsch. Das sind Chancen, die wir bei uns aufnehmen müssen. Anregungen zur Verbesserung sind: die einfache Nutzung, keine komplizierten Fahrpläne und Tarife, möglichst Vergünstigungen für Gäste, ÖPNV aktiv ist in Tourismusmarketing unbedingt einzubeziehen, destinationsorientierter Aufbau des ÖPNV wird immer mehr an Bedeutung gewinnen. Trotz verschiedener Anläufe haben wir bisher kein Harz-Ticket, das Thema ruht im Moment - auch HATIX ist bei uns noch nicht ausgeweitet, auch nicht im Gesamtharz. Wir sind dort ständig im Gespräch mit den Verkehrsbetrieben, weil die sagen, wenn ihr solche Angebote machen wollt, können wir sie nicht auf der Kostenseite auffangen. Das muss also finanziert werden von den Aufgabenträgern, bei uns also Stadt und Landkreis. Wir halten die Ideen gerade im HATIX für wirklich gut, wir müssen die Ansätze weiter verfolgen und die als Mehrwert für den Tourismus unterstützen und bei uns einführen. Die Chancen für das Umland bestehen auch im Städtetourismus. Es gibt viele Bereiche, die partizipieren. In einer Forsa-Umfrage zu Städtetourismus und ÖPNV 2012 ist das so dargestellt und gilt also auch für unseren Landkreis. Fast die Hälfte der Städtereisenden haben den ÖPNV schon für Fahrten ins Umland genutzt, 73 Prozent innerhalb der Stadt und 60 Prozent sind also so auch im Jahr 2012 angereist. 54 Prozent haben noch nie Bus oder Bahn für eine Fahrt ins Umland genutzt. Hier besteht das hauptsächliche Ausbaupotenzial. Die Nutzung des ÖPNV ist deutlich geringer im Osten als im Westen, im Vergleich besteht in Thüringen Zuwachspotenzial für die ÖPNV-Nutzung im Tourismus. Die Befragten der Studie schätzen am ÖPNV insbesondere, dass sie viele Sehenswürdigkeiten mit dem ÖPNV besser erreichen als mit dem Auto, keinen Parkplatz suchen müssen. Wernigerode zum Beispiel hat es so geregelt, dass die Parkplätze sehr teuer sind. Das sind alles Dinge, die wir weiterhin als Vorteile präsentieren müssen in Fragen von ÖPNV und Tourismus. Verbesserungswünsche sind zusammengetragen worden: mehr Sonderangebote für Touristen, besserer Service und Beratung, mehr Informationen zu touristischen Zielen und Strecken und kürzere Wartezeiten. Auch bei uns sind Verbesserungen zwischen den Akteuren im Tourismus und im ÖPNV weiter möglich. Fazit: Gute ÖPNV-Angebote können die Entscheidung für ein Reisegebiet positiv beeinflussen. Realisier- und Finanzierbar sind sie dann, wenn das Gästeaufkommen die Angebote entsprechend mit finanziert. Jedoch können auch punktuelle ÖPNV-Angebot und zusätzlich eine gute Radwegeinfrastruktur dazu beitragen, dass Gäste im Urlaub ihr Auto auch mal stehen lassen. Wichtig ist es, für die Gäste Anreize zu schaffen, auf Bus und Bahn umzusteigen - durch Vergünstigungen oder zusätzlich mit ÖPNV kombinierte Angebote.

Unser Ziel im Landkreis Nordhausen ist es, beispielsweise bei der HSB das Angebot so attraktiv zu gestalten, dass sich die Fahrgastzahlen steigern durch Touristen und Einheimische, zum Beispiel durch Radmitnahme, die Fahrt kombiniert mit einer Wanderung, Fahrt als Erlebnis durch historische Technik. Ich denke, es gibt viele positive Möglichkeiten, die man nur miteinander in Kooperation und Kombination schultern kann. Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.

Präsentation zum Fachvortrag

Feedback und Fragen zum Fachvortrag:

Knut Korschewsky: Welche Unterstützung würdet Ihr euch als Landkreis wünschen, auch in Richtung Landesregierung, um den Tourismus weiter zu entwickeln?

Birgit Keller: Ich freue mich, dass Herr Dirlam hier ist und kann also da nur sagen, dass wir in sehr engem Kontakt sind. Wir hatten vor Kurzem erst wieder ein Gespräch zu dem Thema. Wir haben eine Tourismuskonzeption aus dem Jahr 1996, wir sind also dabei, die neu aufzustellen und sind in engem Kontakt mit dem Ministerium. Ganz konkret wünsche ich mir, wenn wir alles touristisch gut aufgestellt haben, dass das Land sich stärker an der Harzer Schmalspurbahn beteiligt.

Knut Korschewsky: Gibt es eine länderübergreifende Zusammenarbeit mit Sachen Anhalt und wie sieht es in Richtung Niedersachsen aus?

Birgit Keller: Die Harzanrainer sind sehr eng beieinander, drei Länder, sechs Landkreise. Wir treffen uns regelmäßig, insbesondere verbindet uns der Harz und die Verbindung des Harzes sind auf den Schienen die HBS. Wir als Landkreise sind sehr eng, gerade im touristischen Bereich. Die Schwierigkeiten der Verbindung, dass ÖPNV immer an Kreisgrenzen scheitert, ist schon besser geworden, aber es gibt diese Brücken immer noch und das ist etwas, was wir perspektivisch ändern müssen. Da wünsche ich mir eigentlich, dass wir das eher im Großen machen, als dass wir hier weiter im Kleinklein so sukzessive versuchen, den einen Landkreis mit dem anderen zu verbinden - um das mal vorsichtig auszudrücken.